Neuer Jahreskreis: Fixpunkt-Regel oder fließender Übergang?

Der neue Jahreslauf mit seinem Zyklus der vier Jahreszeiten, den Sonnenwenden und Vollmonden hat neu begonnen – und schon ist sie wieder da: die Frage aller Fragen… an welchen Zeitpunkten denn nun genau entlang der historischen Datierungen dieses oder jenes Fest gefeiert wird.

In den letzten Jahren habe ich ebenfalls (wie viele andere) eine Jahresliste aufgestellt und veröffentlicht. Heute verweise ich lieber auf die Ausführungen auf Asentr.eu zu den Jahresfesten. Die Sonnenwenden, Tagundnachtgleichen, Voll- und Neumonde kann jeder selbst leicht im Internet finden und sich dann seinen Plan zurecht legen. Das Problem bei diesen Fixpunkten ist nämlich, dass sie ein (zumindest aus meiner Sicht) zu starres System suggerieren. Natürlich lässt sich jede Sonnenwende, wie auch jeder Vollmond, auf einen definierten Zeitpunkt festlegen. Wie tages-, stunden- oder minutengenau ich mich aber daran orientiere, ist Auslegungssache.

Also: Fließendes Jahresschema vs. Fixpunkt-Regel

Das fließende Jahresschema

Mein Verständnis vom Jahreskreis orientiert sich weniger an der absoluten Festlegung gewisser Fixpunkte, wie es diverse Jahreskreis-Listen suggerieren. Vielmehr sehe ich diese Festzeitpunkte als Ankerpunkte innerhalb der Jahresabschnitte. Die Grafik soll das verdeutlichen. Damit möchte ich sagen, dass ich zum Beispiel das Disenblót nicht zwingend genau an einem Termin abhalten muss, wenn es draußen stark stürmt und ohne Ende regnet. Manche machen das vielleicht, weil sie drauf beharren – bitte, unbenommen – das kann man gern so halten. Ich sehe das aber anders. Meinem Verständnis nach beginnt ein fließender Zeitraum, der dann in den nächsten übergeht. Die Zeit nach Jul, dem noch winterkalten Frühjahr und Ostara ist ein gutes Beispiel. Die Julzeit geht mit Ende der Rauhnächte ja nicht schlagartig in den Frühling über. Dazwischen liegt die Festzeit der Disen (Dísir) (z.B. kann die Zeit der Disen am ersten Vollmond nach den Rauhnächten beginnen, also meist Ende Januar oder Februar). Natürlich kann man einen Festzeitpunkt für sein Blót planen, denn es heißt ja nicht, daß all dies völlig ungeplant vonstatten geht. Wenn der Zeitpunkt zum Vollmond jedoch nicht günstig erscheint, so ist damit die Zeit der Disen nicht vorüber… sondern hat erst begonnen, bis sie fließend in den Frühling (Ostara) übergeht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.