Zwischen Dunkel und neuem Licht

Die Mistel zur Wintersonnenwende

Zur Wintersonnenwende, leis und sacht,
hängt die Mistel in sternklarer Nacht.

Zwischen Dunkel und neuem Licht
flüstert sie Hoffnung, die niemals bricht.

Ihr grünes Antlitz im winterlichen Geäst,
hält selbst im Stillstand am Leben fest.

Wo Tage am kürzesten, Schatten so schwer,
gibt sie Gewissheit von Wiederkehr.

Nicht aus Wurzel, nicht aus Erd’ geboren,
doch war ihr Schicksal längst erkoren.
Ein leiser Zweig, unscheinbar und klein,
doch webte er Tod und Erinnerung hinein.
So mahnt die Mistel, im Mythenlicht:
Was sanft erscheint, ist harmlos oft nicht.

Zur Wintersonnenwende, wenn die Nacht tiefsten Atem hält,
kehrt das Licht leis‘ zurück in die Welt.
Der längste Schatten verliert seine Macht,
denn selbst im Dunkel wächst neue Kraft.

Was schwindet, vergeht nicht für immer,
es wandelt sich, wartet…

… steigt leis‘ neu auf im Schimmer.

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