{"id":899,"date":"2024-06-30T22:02:27","date_gmt":"2024-06-30T20:02:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.asatru.network\/?p=899"},"modified":"2024-07-22T07:24:01","modified_gmt":"2024-07-22T05:24:01","slug":"heimdall-der-waechter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.asatru.network\/?p=899","title":{"rendered":"Heimdall der W\u00e4chter"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor einiger Zeit las ich den interessanten Vierzeiler, den man auch als Gelassenheitsspruch (oder Gelassenheitsgebet) kennt und der mich zu einigen Gedanken anregte. Es geht im Grunde nicht allein um die Gelassenheit oder ein Akzeptieren, sondern um die richtige Entscheidung, an welchen Linien entlang die verschiedenen \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcsse nur in Beobachtung stehen, und wo sie in das eigene Handlungsfeld eindringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeilen stammen vom amerikanischen Philosophen und Theologen Karl Paul Reinhold Niebuhr und sind \u00a0eigentlich im christlichen Kontext entstanden. Es geht darum, jene Dinge voneinander zu unterscheiden, die im direkten eigenen \u00a0Einflussbereich liegen, im Gegensatz zu denen au\u00dferhalb des Bereichs, also worauf man nur wenig oder keinen Einfluss hat. Wobei es nat\u00fcrlich so ist, dass vieles wiederum auf uns eine Wirkung hat. Eben auch jene Dinge, die wir kaum oder gar nicht direkt beeinflussen k\u00f6nnen. Ein allgemeing\u00fcltiges Thema, das sich aber auch mit Aspekten von Heimdall in Verbindung bringen und diskutieren l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn Heimdall ist unter den Asen jener Gott, der auf Grund seines ausgezeichnetes Geh\u00f6rs und seiner scharfen Augen das W\u00e4chteramt einnimmt und durch seine Beobachtungsgabe vieles sieht und ertragen muss, was er nicht ver\u00e4ndern kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Somit der auf Heimdall abgewandelte Vierzeiler:<\/p>\n\n\n\n<p>Heimdall, spende mir Gelassenheit,<br>Dinge hinzunehmen, die ich nicht \u00e4ndern kann,<br>den Mut, Dinge zu \u00e4ndern, die ich \u00e4ndern kann,<br>und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn es ist doch so, dass sich tagt\u00e4glich viel Irrationales und Irrsinniges abspielt, was sich der Ratio verschlie\u00dft und meinen pers\u00f6nlichen Sichtweisen zuwider l\u00e4uft. Dies wird sicherlich vielen Menschen so gehen, ohne im Einzelnen darauf einzugehen, um welche Sichtweisen es konkret geht. Und einige werden mir sogar zustimmen, dass der Irrsinn eher zunimmt, als abnimmt. Allerdings war ich dieser Auffassung schon immer und habe auch schon vor 10, 20 oder vielleicht 30 Jahren so gedacht. Wie also damit umgehen? Man k\u00f6nnte in das Klagelied der Unzufriedenheit einstimmen, doch \u00e4ndert das nichts. Das Irrsinnige wird weitergehen und jeder kann nur bedingt Einfluss nehmen. Zuerst l\u00e4sst sich im eigenen Wirkungskreis direkt Einfluss aus\u00fcben, also dort wo das Eigene und Private beginnt. Die hygienische Grenze der eigenen vier W\u00e4nde, des eigenen Haus und Hofes, der Familie, des Freundeskreises\u2026 Doch irgendwo kommt wieder die Grenze, wo wir das Unerkl\u00e4rliche ertragen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Unerkl\u00e4rliche, das den eigenen Interessen zuwider l\u00e4uft, wird nicht aus der Welt verschwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das bedeutet aber auch nicht, nichts zu tun. Sich den Dingen gegen\u00fcber neutral beobachtend gegen\u00fcberzustellen bedeutet zu unterscheiden, wann Handlungen und Ma\u00dfnahmen erforderlich sind und wann nicht. Heimdall in seiner Rolle als W\u00e4chter sitzt an der Himmelsbr\u00fccke Bifr\u00f6st und bewacht die Asenbr\u00fccke \u00c1sbr\u00fa vor den Riesen, also den feindlichen oder zumindest schwer oder nicht zu beherrschenden Kr\u00e4ften. Er muss entscheiden, wie nah er sie heranl\u00e4sst. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einiger Zeit las ich den interessanten Vierzeiler, den man auch als Gelassenheitsspruch (oder Gelassenheitsgebet) kennt und der mich zu einigen Gedanken anregte. 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